FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Kirgistan
Im Juni beginnt in Kirgistan der kurze Sommer. Das Wetter kann wechselhaft sein, ähnlich wie in der Mongolei kann es tägliche Wechsel von Sonnenschein zu Gewitter und Sturm und wieder zurück geben. Wir sollten sie einfach auf alles vorbereitet sein. In den tiefer gelegenen Gebieten kann es richtig heiß werden, allerdings werden wir uns in sehr unterschiedlichen Höhen (zwischen 800 und 3.600 m) bewegen - insgesamt sind Temperaturen von 10° in der Höhe bis zu 35° in Bishkek möglich. Deshalb ist gut, einfach auf alle Temperaturen und Wetterkapriolen vorbereitet zu sein.
An allen Reisetagen ab Tag 3 haben wir Vollpension, das Essen ist sehr gut. Das Frühstück besteht aus einer Mischung aus warmen Gerichten und Brot mit regionalem Käse usw. zum Belegen. Das Mittagessen nehmen wir in einem lokalen Restaurant ein, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind. Auf unseren Trekkingtouren gibt es an zwei Tagen ein prima Lunchpaket und an einem Tag ein warmes Mittagessen. Die Abendessen sind reichhaltig und bieten eine gute Mischung aus Fleisch, Gemüse und Obst. Es gibt immer eine Mischung aus Gerichten, die wir kennen (Reis, Nudeln, Salat), und lokalen Speisen, die für uns neu sind. Die Qualität des Essens ist sehr gut, und die Portionen sind groß. Für Vegetarier gibt es keine Probleme. Theo sagt: 'Das Essen war ein absolutes Highlight unserer Reise im Jahr 2026. Wir hatten ein paar Leute dabei, die mit mir in der Mongolei waren, und sie konnten den Unterschied kaum fassen.'
Wieviel Wasser muss ich trinken?
Die Trinkmenge hängt stark von den Temperaturen ab, wird irgendwo zwischen 2 und 3 l pro Tag liegen. Das klingt viel, muss aber sein, um den nicht zu unterschätzenden Wasserverlust durch Schwitzen auszugleichen. Dehydrieren ist eine der größten gesundheitlichen Gefährdungen, das sollte man tunlichst vermeiden. Man gewöhnt sich übrigens schnell daran, solche Mengen zu trinken - es wird innerhalb kurzer Zeit zum unvermeidlichen Pausenritual.
Woher beziehen wir das Wasser?
Nach mitunter schwierigen Erfahrungen mit Zisternenwasser haben wir schon vor vielen Jahren die Entscheidung getroffen, nur noch abgefülltes Mineralwasser aus PET-Kanistern zu nutzen. Meistens sind es große 10-Liter-Behälter mit einer Handpumpe, aus denen wir nachfüllen können. Dabei müssen wir damit rechnen, bis zu 2 l Wasser selbst zu tragen. Auf einer zweitägigen Wanderung beziehen wir das Wasser aus lokalen Quellen – die Qualität ist absolut hervorragend.
Welche gesundheitlichen "Zipperlein" bringt eine solche Reise mit sich?
Auch das ist natürlich individuell verschieden. Das erste Thema, das uns diesbezüglich beschäftigen wird, ist die Gewöhnung an die Höhe und das Klima. Hier heißt es: langsam tun, Schatten aufsuchen wo möglich, keinesfalls ohne Kopfbedeckung unterwegs sein und trinken, trinken, trinken. Eine gefürchtete Konsequenz mangelnder Flüssigkeitszufuhr ist die Dehydrierung - sie zu vermeiden, ist zum Glück einfach! Womit man bei Reisen in fremde Länder mit anderer Esskultur zudem immer rechnen muss, sind Magen-/Darmprobleme, die aber in der Regel mit entsprechenden Medikamenten gut in den Griff zu bekommen sind. Vor allem am Anfang des Hikes kommt es schon mal zu Kreislaufproblemen, besonders bei Leuten mit niedrigem Blutdruck. Natürlich strapaziert tägliches Wandern die Füße, aber das versteht sich wohl von selbst - und dafür gibt es Theos Blasenklinik!
Welche Impfungen sind notwendig?
Es gibt keine Pflichtimpfungen für die Einreise nach Kirgistan, die Standardimpfungen gemäß Impfkalender der STIKO sowie eine Impfung gegen Hepatitis A, Tollwut und FSME werden empfohlen. Darüberhinaus gilt: Der richtige Impfschutz für die individuelle gesundheitliche Situation kann nur im persönlichen Beratungsgespräch mit dem Hausarzt geklärt werden. Außerdem bieten z.B. Universitätskliniken oder Tropenkliniken reisemedizinische Beratung an. Die Informationen des Auswärtigen Amts zu diesem Thema finden Sie hier.
Welche körperlichen Anforderungen stellt eine solche Reise?
Diese Tour für fast jeden geeignet, der gerne wandert und über eine durchschnittliche Wanderkondition verfügt – auch für diejenigen, die nicht topfit sind. In der ersten Woche stehen mehrere Tageswanderungen auf dem Programm, was ideal ist, um sich einzugewöhnen, aber auch, um ein Gefühl für die eigene körperliche Verfassung zu bekommen. Die Höhe wird dann zum Problem, wenn man sich nicht gut akklimatisiert und vorbereitet. Es besteht keine Gefahr, dass man es nicht bis zum Ende schafft; wir können einfach etwas langsamer gehen und die Tour genießen. Es reicht aus, eine normale, gesunde körperliche Verfassung mitzubringen, wie sie für alle Wanderungen erforderlich ist, die wir bisher unternommen haben. Was die anspruchsvollen Tage (Tag 9 und 10) angeht, können wir die Situation dann vor Ort einschätzen. Normalerweise wissen die Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt bereits, wie sie zurechtkommen. Tag 9 und 10 sind zwar anspruchsvoll, für unsere Gruppen aber machbar. Bei Theos Gruppe 2026 gab es vier Teilnehmer über 70 Jahre und eine Person mit einem Kniegelenkersatz, die die Tour alle geschafft haben. Es kommt einfach darauf an, nicht zu schnell voranzugehen. Für jede:n gibt es die passende Option, wir können an den Tagen 9 und 10 auf Alternativen zurückgreifen. Natürlich gilt: Je besser die Kondition, desto leichter fallen die Wanderungen.
Auch hier gilt das "einerseits - andererseits": Unsere Reisen sind nicht gedacht für Supersportler, die ein umfangreiches Trainingsprogramm absolviert haben, bevor es losgeht. Für ausgesprochene Couchpotatoes wird eine solche Tour allerdings eher Last als Lust bedeuten. Dabei sind die einzelnen Tage im Blick auf die Anforderung recht unterschiedlich. Es schadet sicher nicht, sich ein wenig auf die Tour vorzubereiten, wobei da der Schwerpunkt auf dem Thema Ausdauer liegen sollte. Ein paar Tages- oder auch Wochenendtouren in hügeligem oder bergigem Gelände sind da schon nicht schlecht, und es gab auch schon Teilnehmer, die vor der Tour verstärkt mit dem Fahrrad unterwegs waren und dies als positiv bewertet haben.
Eine solche Tour erfordert schon eine solide Gesundheit. Probleme mit Herz und Kreislauf, mit der Lunge (auch Asthma!), mit Fuß-, Knie- oder Hüftgelenken und dem Rücken sowie akute psychische Erkrankungen schließen eine Teilnahme aus. Wenn andere gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, bitten wir dringend darum, mit uns ins Gespräch zu kommen, damit wir die Möglichkeiten einer Teilnahme ausloten können. Ein medizinischer Notfall auf so einer Reise betrifft die ganze Gruppe und sollte nicht sehenden Auges in Kauf genommen werden.
Was ist, wenn ich mal "schwächele"?
Es wird immer mal wieder vorkommen, dass einzelne Teilnehmende einen schlechten Tag haben - aus den unterschiedlichsten Gründen - und nicht so gut mithalten wie sonst. Das ist normal und kein Grund zur Panik. Theo läuft immer hinten am Ende der Gruppe und achtet darauf, dass niemand zurückbleibt. Er sorgt dafür, dass jede:r in seinem Tempo gehen und genügend Pausen machen kann, mal einen Energieriegel, ein Blasenpflaster oder eine kleine Extra-Dusche bekommt, und auch die wunde Seele ein bisschen aufgepäppelt wird. Und wenn es gar nicht geht, gibt es immer die Möglichkeit, einen Tag auszusetzen.
Das ist ein immer wieder ein interessantes Thema, und die diesbezüglichen Erwartungen der Mitreisenden sind oft ziemlich unterschiedlich. Deshalb ist diesen Fragen hier ein eigener Abschnitt gewidmet.
Wie ist das Gelände beschaffen?
Bischkek ist von Bergen umgeben, ist aber größtenteils flach und liegt ganz in der Nähe der kasachischen Grenze. In der Gegend gibt es viele Dörfer, Kleinstädte und Felder. Nach der Besichtigung des Burana-Turms (Tag 4), verlassen wir das Tal und fahren auf größtenteils gut und schnell befahrbaren Straßen, die allmählich bergauf führen. Bis Kochkar herrscht wegen der Bedeutung der Straße als Verkehrsachse zwischen Kirgistan, Tadschikistan und Kasachstan reger Lkw-Verkehr. Kurz danach wird die Straße zu einer Nebenstraße, die letzten etwa 60 km off road. Je nach Wetterbedingungen kann die Fahrt hier langsam vorangehen. Die Offroad-Strecke führt über den Gebirgspass (3.400 m). Sobald wir den Song-Kul-See erreichen, haben wir das Gebirge hinter uns: Die Landschaft erinnert stark an die Mongolei mit grünen, sanften Hügeln und etwas Wald. Zwei Tage später geht es zurück nach Kochkar und zum Yssik-Kul-See. Direkt am See ist es größtenteils flach, aber zu den flankierenden, sehr hohen Bergen ist es nicht weit. Auf den letzten 60 km bis Karakol befand sich die Straße 2026 noch im Bau, entsprechend langsam kommt man voran. Auf dem Rückweg entlang des Nordufers ist die Straße in besserem Zustand. Die Wanderung zum Gletscher-Aussichtspunkt an Tag 8 führt über einen gut begehbaren Weg entlang des Flusses, der bis zum Aussichtspunkt allmählich ansteigt und teilweise durch einen wunderschönen Wald verläuft. An Tag 9 gibt es einen übersichtlichen Abschnitt vom Nachtlager bei den Jurten zum Ala-Kul-See bis zum Lager in Sirota, wo wir unsere Mittagspause einlegen. Hinter Sirota wird der Weg an verschiedenen Stellen sehr steil – das ist der schwierige Teil, aber machbar. Man kann sich nicht verlaufen, da es am Bach entlang nur einen Weg gibt, aber an manchen Stellen muss man etwas klettern. Die Wanderung entlang des Ala Kul ist hügelig und sehr schön. Der Rückweg bis nach Sirota führt ebenso steil bergab, wie es am Tag zuvor bergauf ging. Man könnte meinen, man wäre hier in den Alpen oder in Peru!
Welche Strecke läuft man so pro Tag?
Das ist eine meiner Lieblingsfragen - und ich kann sie nicht beantworten. Die Strecke spielt nämlich gar keine Rolle und hängt komplett vom Gelände ab. Es ist eben ein Unterschied, ob ich auf sandigem oder felsigem Boden laufe, ob ich steigen muss oder das Gelände eher flach ist, ob der Weg gut ausgetreten ist oder ich über große Felsbrocken (oder um sie herum) meinen Weg suchen muss. Die (ungefähren) Wanderzeiten und Entfernungen kannst du der detaillierten Reisebeschreibung entnehmen. Dabei ist zu beachten, dass man in der Höhe in einer bestimmten Zeit immer eine kürzere Strecke zurücklegt. So mögen am 3. Tag vier Stunden für 8–9 km lang erscheinen, ebenso an Tag 9 und 10, aber wegen der Höhe ist es doch eine sehr ordentliche Wanderung! Mit Ausnahme von Tag 9 und 10 können wir die Strecke anpassen, da wir immer zum Ausgangspunkt zurückkehren; wir können sie also verkürzen oder verlängern, wenn wir das für besser halten.
Während sechs Nächten sind wir in Mittelklasse-Hotels und Gästehäusern untergebracht, drei Nächte verbringen wir in einem Jurtencamp, eine in einem Zeltcamp. In den Jurten haben bis zu 2-4 Personen Platz, sie sind einfach und zweckmäßig ausgestattet und werden in der Nacht auch geheizt. Die Zelte sind von sehr guter Qualität inklusive Stehhöhe, Matratzen und Bettdecken werden gestellt. Schlafsack und Isomatte sind deshalb nicht notwendig. Wir empfehlen trotz allen Spotts immer, für die Nacht eine warme Mütze einzupacken.
Wie geht das mit der Körperhygiene?
Was die Körperreinigung angeht, muss klar gesagt werden, dass Duschen in dem Sinne, wie wir es gewöhnt sind, während der Zeit des Trekkings nicht möglich ist. Zähneputzen und eine kleine Katzenwäsche müssen genügen. Die Jurten-Camps bieten immerhin einfache sanitäre Anlagen. Das andere Thema ist die Toilette: Unterwegs erledigt man dieses Bedürfnis etwas abseits der Wege: Felsen oder Büsche zum Sichtschutz sind in der Regel zu finden. Und wenn mal nicht, müssen alle anderen sich eben umdrehen ... Aus Gründen des Umweltschutzes ist es wichtig, das benutzte Toilettenpapier in einer kleinen Plastiktüte mitzunehmen bis zur nächten Müllentsorgungsmöglichkeit.
Welche Ausrüstung brauche ich?
Das Thema Ausrüstung wird ausführlich beim Vorbereitungstreffen besprochen. Eine detaillierte Ausrüstungsliste steht zudem kurz vor der Reise im Loginbereich zum Download bereit. Solltest du dich über das ein oder andere Ausrüstungsstück wundern: hier spricht die gesammelte Erfahrung!
Hat so eine Reise auch den Charakter einer Studien- oder Bildungsreise?
Ja und nein: der Schwerpunkt unserer Reisen liegt klar auf dem Wandern und der Naturerfahrung. Wenn jedoch etwas Interessantes sozusagen am Wegesrand liegt, werden wir es natürlich in unser Programm aufnehmen.
Wie gefährlich ist so eine Reise?
Diese Frage lässt sich nicht wirklich beantworten. Natürlich sind wir mitten in Zentralasien unterwegs. Natürlich gibt es alles mögliche ungewohnte Getier. Natürlich macht das Wetter manchmal unerwartete Kapriolen, die zu Planänderungen führen können. Natürlich kann man sich bei Outdoor-Aktivitäten ein Bein brechen. Das alles stimmt und das ein oder andere Malheur ist auch schon passiert - und dennoch sind wir bisher, Gott sei Dank, immer wohlbehalten wieder heimgekehrt. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass wir unverwundbar wären - auch uns kann wie jedem Menschen etwas passieren. Aber das ist ebenso hierzulande möglich, im Straßenverkehr, im Haushalt oder sonstwo. Mit anderen Worten: es ist einzig und allein die Entscheidung jedes und jeder einzelnen, ob er oder sie sagt "Das ist es mir wert!" oder ob die Bedenken überwiegen. Was wir tun können, um die Risiken zu minimieren, werden wir selbstverständlich immer tun.
Wie steht es mit "Angriffen" aus der Tierwelt?
Die meisten Tiere sind - leider - schneller weg, als wir gucken können! In entlegenen Gebieten gibt es Wölfe, Leoparden und Bären, nicht aber da, wo wir unterwegs sind.
Wie steht es mit der politischen Situation?
Kirgistan ist ein politisch stabiles Land und sucht einen Balance haltenden Kurs zwischen Russland, China und dem Westen, ähnlich wie die Mongolei. Das Land hat kein Interesse daran, eine Seite zu brüskieren, es möchte sich entwickeln. Gerade der Tourismus spielt hier eine wachsende Rolle. Grundsätzlich wählen wir nur Reiseziele aus, die in den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts nicht als kritisch eingestuft werden. Sollte sich die politische Situation im Vorfeld einer Reise einmal so zuspitzen, dass das Auswärtige Amt vor Reisen in das betreffende Land warnt, wird die Reise kostenneutral abgesagt.
Gibt es eine Kontaktmöglichkeit nach Hause?
Alle Hotels verfügen über WLAN ebenso wie alle Jurten, hier allerdings ist WLAN jedoch manchmal nur für einige Stunden am Abend verfügbar. Was die lokale SIM-Karte angeht, funktioniert „Mega“ am besten. Dabei handelt es sich (noch) nicht um eine eSIM, sondern um eine physische SIM-Karte. Diese ist am Flughafen sehr einfach zu bekommen, sie wird dort sofort in dein Handy eingelegt. eSIMs funktionieren zwar, funktionieren aber noch nicht so gut wie die altbewährte Mega-SIM-Karte. Die Internetabdeckung ist auf den meisten unserer Autofahrten und bei einigen unserer Wanderungen recht gut.
Welche Versicherungen sind sinnvoll?
Dringend raten wir zum Abschluss einer Reiserücktritts-/Reiseabbruchversicherung und einer Auslands-Krankenversicherung. Alle anderen Reiseversicherungen sind eine Sache des persönlichen Geschmacks und Bedarfs.
